Klinik für Kinderchirurgie

Klinik für Kinderchirurgie

Wir, das Team der Kinder- und Jugendchirurgie, kümmern uns um Ihr erkranktes oder verletztes Kind im Alter von 0 bis 15 Jahren. Anders als in der Erwachsenenmedizin gibt es keine Beschränkung auf einzelne Organsysteme. Auch das Thema „Wachstum“ muss als eine Art vierte Dimension bei der Behandlung zu berücksichtigt werden.

Chefärztin

Chefärztin
Ulrike Brokmeier

Tel.: 0208 881-1251

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Blutschwämmchen

Rote, teilweise erhabene Hautareale mit samtig weicher manchmal knotig aussehender Oberfläche.

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Kinderschutz- ambulanz

Einführung

Blutschwämmchen sind bei Neugeborenen sehr häufig. Es handelt sich dabei um rote, teilweise erhabene Hautareale. Manchmal haben sie eine knotig aussehende Oberfläche, sind dabei jedoch samtig weich. Diese gutartigen und meist harmlosen Wucherungen entstehen durch eine Unreife des kindlichen Gefäßsystems. Blutschwämmchen sind sehr empfindlich und können bei Verletzung relativ stark bluten. Je nach betroffener Körperstelle sind keine Maßnahmen erforderlich, da sich das Blutschwämmchen meist bis zum Alter von 1 ½ Jahren von alleine zurückbildet. Sie können aber unter Umständen auch sehr schnell wachsen und dabei eine Größe von bis zu 10 cm erreichen. Deshalb sollte ein Blutschwämmchen immer möglichst bald dem Kinderarzt gezeigt werden, damit dieser geeignete Maßnahmen empfehlen kann. Blutschwämmchen im Gesichts- und Genitalbereich sollten auf jeden Fall behandelt werden, denn bei Verletzung besteht eine nicht unerhebliche Infektionsgefahr. Außerdem können Blutschwämmchen im Augenbereich das Blickfeld einschränken und zu dauerhaften Sehstörungen führen. Besonders wenn das Gesicht betroffen ist, leiden Kinder sehr darunter und neigen zu seelischen Problemen, die mit der Missbildung einhergehen. Wichtig ist es, den entscheidenden Zeitpunkt zur Behandlung nicht zu verpassen und die Patienten der richtigen Behandlung zuzuführen.

Symptome
  • Hautverfärbung
  • Formveränderung
  • Starke Blutung (bei Verletzung)
Therapie

Am besten erfolgt die Therapie bevor das Blutschwämmchen zu wachsen beginnt. Die Behandlung erfolgt mittels Kältetherapie . Hierbei wird eine durch flüssigen Stickstoff gekühlte Sonde kurzzeitig auf das Hämangiom aufgebracht, wodurch die fehlgebildeten Gefäße gezielt zerstört werden, ohne dass das umliegende Gewebe dadurch dauerhaft geschädigt wird. Dieses Verfahren ist nebenwirkungsfrei jedoch etwas schmerzhaft, weshalb zuvor ein lokalbetäubendes Pflaster aufgeklebt wird. Selten bildet sich anschließend eine Blase über der vereisten Region, die meist rasch abheilt. Nach vier Wochen wird das Ergebnis beurteilt und ggf. eine erneute Behandlung eingeleitet. Wenn das Hämangiom bereits stärker über die Haut erhaben gewachsen oder im Unterhautgewebe ausgedehnt ist, wird es durch die Kältetherapie nicht ausreichend erreicht. Deshalb ist dann eine Behandlung mit dem Laser erforderlich, welche aber stärkere Schmerzen verursacht und deshalb nur unter Narkose angewendet wird. Damit die Wärme, die im Blutschwämmchen während der Laserbestrahlung entsteht und zu dessen Rückbildung führt, nicht die Haut schädigt, wird diese mit Eis während der Laserbehandlung gekühlt. Gelegentlich entstehen trotzdem Hautblasen, die aber meist ebenfalls komplikationslos verheilen. Die Behandlung bewirkt kein komplettes Verschwinden des Hämangioms, aber stoppt das Wachstum und leitet die Rückbildung ein. Gelegentlich sind mehre Laserbehandlungen notwendig, um dieses Ziel zu erreichen. Sind die behandelten Kinder jünger als 6 Monate bleiben sie für eine Nacht in stationärer Beaufsichtigung. Ein Elternteil kann dabei gerne über Nacht bleiben. Ab dem 6. Lebensmonat können wir die Behandlung auch ambulant durchführen. Da nach Rückbildung eines Hämangioms im behaarten Kopfbereich meist ein haarfreier Bereich zurückbleibt, empfehlen wir an dieser Stelle ein Herausschneiden des Hämangioms. Nachbehandlung

 

Das Hämagiom wird im weiteren Verlauf beobachtet und nach vier Wochen entschieden ob eine erneute Behandlung notwendig ist. Sollte es bis zu diesem Zeitpunkt nicht gewachsen sein, wird es beobachtet und die spontane Rückbildung abgewartet. Bleibende Hautveränderungen, wie eine etwas weniger pigmentierte Haut oder faltige Hautabschnitte sollten, wenn notwendig, erst im jugendlichen Alter plastisch-chirurgisch korrigiert werden, da die entstehenden Narben ansonsten zum Körperwachstum des Kindes proportional mitwachsen.

 
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