Seltene Erkrankung durch Zufall entdeckt
Bibi Rokia stammt aus Afghanistan und lebt zurzeit im Friedensdorf International in Oberhausen. Ins EKO kam sie wegen einer Entzündung im Oberschenkelknochen, die operiert werden musste. „Ein Eiterherd musste in mehreren operativen Eingriffen saniert und der Knochen mit Knochenersatzmaterial wieder aufgebaut werden“, erklärt Dr. Lars Burghardt, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie im EKO. „Im Rahmen der ersten OP fiel dann eine schwere, zuvor unbekannte Blutgerinnungsstörung auf.“
Bei dieser Erkrankung funktioniert die Blutgerinnung nicht richtig, so dass Wunden ungewöhnlich stark oder lange bluten. Bei den Folge-Operationen waren spezielle Blutprodukte notwendig. „Es ist gut, dass diese Störung nun bekannt ist, und sie bei uns in guten Händen war – denn unentdeckt kann es sonst schnell lebensgefährlich werden“, sagt Dr. Burkhardt. So ist nun klar, welche Medikamente und Maßnahmen nötig sind, wenn Bibi Rokia blutet.
Der Vierjährigen geht es nach ihrem Krankenhausaufenthalt gut, und sie ist Anfang November zurück nach Hause geflogen.
Das Friedensdorf International hilft seit 1967 verletzten und kranken Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten durch medizinische Behandlungen in Europa.