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Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin

Chefarztsekretärin
Liane Meister

Tel. 0208 881-1654
Fax: 0208 881-3162

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Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin

Rhythmologie

Aktive Herzrhythmusimplantate

Zur Behandlung von Störungen im Herzrhythmus können Implantate verwendet werden. Unsere Klinik wurde 2016 von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als Qualifizierungstätte für die Zusatzqualifikation "Spezielle Rhythmologie - aktive Herzrhythmusimplantate" zertifiziert. Mit der Zertifizierung bestätigt die Gesellschaft die hohe Qualität der Behandlung in unserer Klinik. Jährlich werden mehr als 250 Herzschrittmacher- und Defibrillator-Operationen vorgenommen. Die Systeme werden nach nationalen und internationalen Leitlinien implantiert und nachgesorgt.

Unser Leistungsspektrum umfasst die Impantation und den Wechsel von:  

  • Ereignis-Recorder (Event-Recorder)
  • Ein- und Zweikammerschrittmachern (SM)
  • Ein- und Zweikammer implantierbarer Defibrillatoren (ICD) 
  • biventrikulären Defibrillatoren zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-D/P)

Außerdem die Nachsorge von ICD-, CRT- und Schrittmachersystemen sämtlicher Hersteller in unserer Schrittmacher/ICD-Ambulanz

MRT-fähige Rhythmusimplantate werden in unserer Klinik ebenfalls implantiert. Dadurch sind nach entsprechender Programmierung des jeweiligen Aggregates weiterhin Untersuchungen im Kernspintomographen möglich. Sämtliche Implantate werden in der Schrittmacherambulanz nachuntersucht.

Elektrophysiologie / Rhythmologie

Das Leistungsangebot unserer Klinik bildet das komplette Spektrum der klinischen Elektrophysiologie ab. Dies umfasst sowohl Diagnostik,   

  • invasive elektrophysiologische Untersuchungen (EPU)
  • Ruhe-EKG
  • Belastungs-EKG
  • Langzeit-EKG
  • Implantierbare Ereignisrecorder
  • Home-Monitoring

als auch alle modernen Ablationsverfahren zur Therapie

  • konventionelle Ablationsbehandlungen sämtlicher supraventrikulärer und ventrikulärer Herzrhythmusstörungen mittels Radiofrequenzstrom oder Kryoenergie
  • Ablation auch komplexer Herzrhythmusstörungen unter Anwendung eines 3-dimensionalen Mappingsystems der neuesten Generation (SJM, Ensite Precision)
  • Pulmonalvenenisolationen zur Behandlung von Vorhofflimmern mit dem Kryoballon

Die Symptomatik verschiedener Herzrhythmusstörungen ähnelt sich häufig, selbst in einem Anfalls-EKG ist eine genaue Diagnostik der zugrundeliegenden Störung nicht immer sicher zu beurteilen. Um die ambulante Diagnostik zu präzisieren, werden tragbare Langzeit EKG- oder Ereignisrekorder über einen begrenzten Zeitraum eingesetzt. Gelegentlich kann, insbesondere bei sehr seltenen Rhythmusstörungen oder unklaren Ohnmachtsanfällen, auch ein Eventrecorder implantiert werden. 

Die invasive Diagnostik in Form einer isolierten elektrophysiologischen Untersuchung kommt heute nur noch bei seltenen Fragestellungen zur Anwendung. Sie ist aber immer Voraussetzung bei allen Ablationsbehandlungen. Mit speziellen Kathetern und Stimulationstechniken geling es fast immer, die endgültige Diagnose zu sichern und somit eine erfolgreiche Ablationsbehandlung vorzubereiten.     

Über eines der Blutgefäße der Leiste (fast immer venös) wird im elektrophysiologischen Katheterlabor nach gesicherter Diagnose (EPU) ein steuerbarer Ablationskatheter zum Herzen vorgeschoben, um an der für die Rhythmusstörung verantwortlichen Stelle Energie abgeben und sie damit veröden zu können. 

In unseren Katheterlaboren stehen zwei unterschiedliche Energiequellen zur Verfügung. Meistens wird elektrischer Wechselstrom (Radiofrequenzstrom) zur Erzeugung einer ganz umschriebenen Überhitzung des Gewebes eingesetzt. Einige Arrhythmien können jedoch auch mit einem auf Vereisung basierenden Verfahren, der Kryoablation, erfolgreich und schonend behandelt werden.  

Der Eingriff kann bei den meisten Herzrhythmusstörungen an der wachen Patientin oder dem wachen Patienten durchgeführt werden. Teilweise erfolgt die Behandlung unter einer oberflächlichen Narkose, einerseits aufgrund potentieller Schmerzen bei der Energieabgabe, andererseits aber auch bei der Anwendung 3-dimensionaler Mappingverfahren (virtuelle Darstellung der Herzanatomie und Elektrik des Herzens) für komplexe Prozeduren, bei der die Patientinnen und Patienten teilweise über mehrere Stunden ruhig liegen müssen. 

Für einige Herzrythmusstörungen (AV-Knotentachykardie, WPW-Syndrom oder Vorhofflattern) hat sich die Katheterablation bereits als sogenannte First-Line-Therapie gegenüber der Gabe von Medikamenten durchgesetzt - das heißt, sie wird als vorrangige Therapieform eingesetzt.    

Unsere Ausstattung

Für die Elektrophysiologie stehen uns dreidimensionale Mappingverfahren - insbesondere zur Behandlung komplexer Arrhythmien wie z. B. Vorhofflimmern, atypischem Vorhofflattern oder Kammertachykardien - zur Verfügung.   

Strahlenfreie Katheterablation kardialer Arrhythmien 

Ein besonderes Projekt der Abteilung für klinische Elektrophysiologie ist die strahlenfreie Katheterablation kardialer Arrhythmien. Ziel ist die Vermeidung von Strahlenbelastungen für Patientinnen und Patienten und Behandelnde während dieser Prozeduren. Wir setzen diese Technik mittlerweile standardmäßig bei der Behandlung von rechtskardialen Arrhythmien (AV-Knoten-Reentry-Tachykardien, typisches Vorhofflattern, ektope atriale Tachykardien, Extrasystolie aus dem rechtsseitigen Ausflusstrakt etc.) ein und können so, insbesondere bei jungen Patientinnen und Patienten, häufig ganz auf Röntgenstrahlung verzichten. 

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